durch­bli­cken und abpral­len

Kura­tiert von Susan­ne Sau­ter
K3 Pro­ject Space
Aus­stel­lung vom 17. bis zum 24. März 2012

Teil­neh­men­de Künst­ler:
Bankleer: Karin Kasböck, 1969 (D) und Chris­toph Leit­ner, 1968 (D)
Muri­el Baum­gart­ner (CH)
Ste­fa­nie Brot­tra­ger (A)
Nina Fischer, 1965 (D) und Maro­an el Sani,
Joëlle Flu­met (CH)
Chris­toph Oertli(CH)
Navid Tschopp (CH)
Ire­ne Wein­gart­ner (CH)

 

Ausstellungsrückblick

Die Aus­stel­lung beschäf­tig­te sich mit aktu­el­len städ­te­bau­li­chen und sozia­len Ver­än­de­run­gen rund um den Aus­stel­lungs­raum (Maag Are­al Zürich). Ange­sichts der mas­si­ven Bau­tä­tig­kei­ten in Zürich West war und ist die Aus­ein­an­der­set­zung mit der The­ma­tik der Gen­tri­fi­zie­rung direkt vor Ort von drin­gen­dem Inter­es­se. Die­se Aus­stel­lung war auch ein Teil des Off­s­pace-Pro­gramms von Art & the City.

Die Künst­le­rin­nen und Künst­ler reagier­ten mit unter­schied­li­chen Ansät­zen und for­ma­len Mit­teln auf die unmit­tel­ba­ren Phä­no­me­ne der Gen­tri­fi­zie­rung. Durch Inter­ven­tio­nen im öffent­li­chen Raum und über Mit­ein­be­zie­hung der Mie­ter des Pri­me­to­wers ent­stand eine Rei­he orts­spe­zi­fi­scher Arbei­ten. Es wur­den jedoch auch bereits exis­tie­ren­de Arbei­ten gezeigt, die sich mit dem urba­nen Raum und mit den kom­ple­xen Wir­kun­gen archi­tek­to­ni­scher Iko­nen aus­ein­an­der­setz­ten. So die bei­den Vie­deo­ar­bei­ten von Chris­toph Oert­li und von Nina Fischer und Maro­an el Sani. Durch die Arbei­ten, die sich mit der unmit­tel­ba­ren Nach­bar­schaft aus­ein­an­der­setz­ten, sind Debat­ten los­ge­tre­ten wor­den und es sind Bezie­hun­gen mit den Mie­te­rIn­nen des Pri­me­to­wers ent­stan­den. Joël­le Flu­mets Schrift­zug «Qua­li­ty in ever­ything we did», der an der Fas­sa­de unse­res noch unre­no­vier­ten Fabrik­ge­bäu­des mon­tiert wur­de, ist ein Wort­spiel mit dem Wer­be­slo­gan einer vor Ort ansäs­si­gen Fir­ma. Durch die For­mu­lie­rung in Ver­gan­gen­heits­form und durch die Mon­ta­ge an einem ande­ren Ort wur­de der Inhalt  dekon­tex­tua­li­siert und erhielt viel­sei­ti­ge Deu­tungs­mög­lich­kei­ten. Trotz Bewil­li­gung muss­ten wir auf­grund mas­si­ven Drucks das Werk vor Aus­stel­lungs­schluss demon­tie­ren.

Um so mehr haben wir uns über kon­struk­ti­ve Kon­tak­te gefreut. Nach­dem Ire­ne Wein­gart­ner wäh­rend zwei Wochen in einem Büro der Hom­bur­ger Anwäl­te arbei­ten durf­te, ent­stand ein reger Aus­tausch. Die Anwäl­te wur­den in unse­re Loka­li­tä­ten zum Kaf­fee ein­ge­la­den und haben so das Are­al von einer ande­ren Per­spek­ti­ve ken­nen gelernt. Spä­ter durf­te ich für eine Grup­pe der Anwäl­te und für eine lei­ten­de Per­son der Deut­schen Bank eine Pri­vat­füh­rung machen. Es ent­stand ein ange­reg­ter Aus­tausch. Auch die Akti­on «Klei­nes Flug­zeug aus dem Pri­me­tower» des Künst­lers Chris­ti­an Rat­ti, hat zu inter­es­san­ten Ver­hand­lun­gen und Kon­tak­ten geführt. In sei­ner Akti­on hat er dem Publi­kum ver­schie­de­ne Aspek­te der Ört­lich­kei­ten und ihrer Geschich­te erläu­tert. Die­se Inter­ak­tio­nen haben der Aus­stel­lung eine ein­zig­ar­ti­ge Dyna­mik ver­lie­hen.

Bankleer

 

Bankleer: Karin Kas­böck, 1969 (D) und Chris­toph Leit­ner, 1968 (D)
Instal­la­ti­ons­an­sicht Video­loop 6.47min «Rage de pas­sa­ge», 2012

 

Muri­el Baum­gart­ner

 

«Able­ger», Instal­la­ti­on
MDF Plat­ten, Ring­map­pen, Papier
2012

 

Stef­fa­nie Brot­tra­ger

 

Flug­blät­ter «Wasa­bi», bei Pas­san­ten gesam­mel­te Aus­sa­gen zur Quar­tier­s­ent­wick­lung, 2012

 

Nina Fischer, und Maro­an el Sani

 

«xoo — ex ovo omnia»
Video­in­stal­la­ti­on 60 min 2006

 

Joël­le Flu­met

 

«Qua­li­ty in every thing we did», orts­spe­zi­fi­sche Instal­la­ti­on, 2012

Chris­toph Oert­li

 

«The ground is moving», Video­pro­jek­ti­on, 10 min, 2010

 

Chris­ti­an Rat­ti

 

«Klei­nes Flug­zeug aus dem Pri­me­tower», Akti­on, 2012

 

Navid Tschopp

 

Rési­tance / Renais­sance, 2012
Wand­zei­tung, Inter­view

 

Ire­ne Wein­gart­ner

 

Seis­mo­gra­fi­sche Auf­zeich­nun­gen, gezeich­net bei einem zehn­tä­gi­gen Auf­ent­halt in der Anwalts­kanz­lei Hom­bur­ger im Prime Tower, 2012

 

 

Die­se Aus­stel­lung wur­de durch die Unterstützung fol­gen­der Stif­tun­gen und Insti­tu­tio­nen ermög­licht:

Fonds can­to­nal d’art con­tem­porain, Genè­ve (FCAC)
Fonds d’art con­tem­porain de la Vil­le de Genè­ve (FMAC)
Arbeits­grup­pe KiöR, Art and the City
Hama­sil Stif­tung Zürich
Pro Hel­ve­tia
Hom­bur­ger